Ferienprogramm als Türöffner

So gelingt der Weg in die Ausbildung

Wie geht es nach der Schule weiter? Für Vivian war die Antwort lange offen. Ein Ferienprogramm des Beruflichen Ausbildungszentrums Esslingen (BAZ) wurde für die heute 18-Jährige zum entscheidenden Schritt auf ihrem Weg in die Ausbildung.

 

Vom Ferienprogramm zur Ausbildung

Vivian besuchte die Lindenschule in Ostfildern, ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) für Schüler*innen mit Lernschwierigkeiten. Ihr Ziel war klar: den Hauptschulabschluss machen und anschließend eine Ausbildung beginnen.

Den ersten Kontakt zum BAZ bekam Vivian über das inklusive BING-Ferienprogramm. BING steht für „Berufsorientierung INklusiv Gemacht“. Das Projekt wird im BAZ Esslingen seit 2021 mit Förderung der Aktion Mensch angeboten.

Das Ferienprogramm verbindet Berufsorientierung mit praktischen Einblicken – und mit Spaß. Jugendliche können verschiedene Angebote des BAZ kennenlernen und herausfinden, welche beruflichen Bereiche zu ihnen passen.

Für Vivian war das Programm mehr als nur ein Einblick. Sie nahm gleich zweimal teil.

„Das war für sie der Türöffner ins BAZ“, sagt Ute Wöllhaf, die für BING zuständig ist.

 

Stärken entdecken und ausprobieren

Das BAZ unterstützt junge Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf. Die Mitarbeitenden beraten unter anderem direkt an Schulen, bereiten Schüler*innen auf Praktika vor und unterstützen bei Bewerbungen.

Ein wichtiger Bestandteil ist die praktische Berufsorientierung. Im BAZ können junge Menschen verschiedene Berufsfelder kennenlernen – zum Beispiel:

Dabei geht es nicht nur darum, einen Beruf kennenzulernen. Die Jugendlichen sollen auch herausfinden, was ihnen liegt, wo ihre Stärken liegen und welche Unterstützung sie für den Einstieg in die Arbeitswelt benötigen.

 

Hauptschulabschluss und Ausbildung am BAZ

Nach ihren Erfahrungen im Ferienprogramm entschied sich Vivian für den weiteren Weg am BAZ. An der Johannes-Landenberger-Schule Esslingen machte sie ihren Hauptschulabschluss.

Anschließend begann sie eine Ausbildung zur Fachpraktikerin Küche.

In der Küche lernt Vivian, mit großen Geräten und großen Mengen an Lebensmitteln zu arbeiten. Die hauseigene Küche versorgt täglich zwischen 40 und 80 Personen.

 

Schritt für Schritt in die Arbeitswelt

Die Ausbildung am BAZ verbindet Lernen und praktische Erfahrungen. Die jungen Menschen erhalten individuelle Unterstützung und werden an reale Arbeitsbedingungen herangeführt.

Dazu gehören auch Praktika in Kooperationsbetrieben. So können die Auszubildenden Erfahrungen außerhalb des geschützten Rahmens sammeln.

Für Vivian hat sich dieser Weg besonders gut entwickelt. In ihren Praktika überzeugte sie so sehr, dass ihr die „Philitia GmbH“, Betreiber der Festo-Kantine in Ostfildern-Scharnhausen, anbot, einen Teil ihrer praktischen Ausbildung dort zu absolvieren.

 

Seit August arbeitet Vivian in der Küche der Festo-Kantine mit

Ihr Ausbildungsbetrieb bleibt weiterhin das BAZ. Auch die sozialpädagogische Unterstützung und der Berufsschulunterricht finden weiterhin am BAZ statt.

Sozialpädagoge Markus Autenrieth betreut Vivian während ihrer Ausbildung. Auch Ute Wöllhaf beobachtet ihre Entwicklung.

„Sie war immer zuverlässig, sehr ruhig und zurückhaltend. Inzwischen ist sie offener geworden und traut sich deutlich mehr zu.“

Für Vivian ist diese Entwicklung spürbar. Sie sagt: „Im BAZ wurde mein Selbstbewusstsein gefördert.“

 

Individuelle Unterstützung für den Berufseinstieg

Genau darin sieht das BAZ einen wichtigen Vorteil: Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende können gezielt an den Fähigkeiten arbeiten, die sie für ihren Einstieg in den Beruf noch benötigen – etwa am Arbeitstempo.

„Inzwischen ist Vivian eine Vorzeige-Azubi“, erzählt Wöllhaf stolz.

Das Beispiel zeigt, wie Berufsorientierung funktionieren kann: Stärken entdecken, praktische Erfahrungen sammeln, Unterstützung bekommen und Schritt für Schritt mehr Verantwortung übernehmen.

BING möchte jungen Menschen aller Schularten vielfältige Unterstützungsangebote und individuelle Wege von der Schule in die Ausbildung und weiter in den Beruf aufzeigen.

Gute Perspektiven nach der Ausbildung

Auch Anette Lang, Leiterin des BAZ, ist vom Projekt BING überzeugt und freut sich über die Perspektive, die sich für Vivian entwickelt hat.

Und Vivian ist nicht die einzige junge Person, die diesen Weg erfolgreich geht: Über 30 Auszubildende feierten Ende Juli bei der Abschlussfeier des BAZ Esslingen das Ende ihrer Berufsausbildung und den Beginn eines neuen Abschnitts.

Schon heute haben über 70 Prozent der Absolventinnen und Absolventen eine Perspektive auf einen Arbeitsplatz.

 

Bilder und Textgrundlage: Ulrike Rapp-Hirrlinger